Wer an Waldmeister denkt, dem kommen unweigerlich sofort Wackelpudding und Brause in den Sinn. Genau das waren auch meine ersten Gedanken, bis vor nicht allzu langer Zeit.
Durch ein Rezept für Maibowle wurde ich, kleine Kräuterhexe, auf den richtigen Waldmeister aufmerksam. Den frischen, der im Wald wächst, wie sein Name schon sagt. Das Rezept war ganz easy: Weißwein, Sekt, Zucker, eine Orange und Waldmeister… ja nur wo im Wald find ich den? Also hab ich mein schlaues Kräuterbuch befragt und mich dann auf den Weg gemacht.

Es war nicht ganz einfach, denn bisher hatt´ ich mich nicht so damit beschäftigt gehabt, ob da nun Buchen, Eichen oder Ahorn wächst im Wald. Klar kann ich sie unterscheiden, auch war mir bewusst, dass es in unserer Gegend viele Mischwälder gibt, nur die exakten Plätze für Buchen kannte ich nicht.

Bereits auf der Strecke Richtung Wald kam ich an allerlei anderen Labkräutern vorbei, zu wekchen der Waldmeister gehört. Harzer-Labkraut, Wiesen-Labkraut, Echtes Labkraut… Wusstet ihr, dass damit früher Käse hergestellt wurde? Der lateinische Namen Galium (Milch) weist noch darauf hin. Man hatte damals Siebe aus Labkraut geflochten und die Milch durch gegossen. Ähnlich wie das Lab aus Kälbermägen bringt es die Milch zum Gerinnen.

Tatsächlich hab ich ihn dann gefunden. Als ich ihn sah war ich mir sofort sicher: Das ist er! Das satte Grün leuchtete mich richtig an. Ganz praktisch für Sammler, wäre, wenn er schon in ganz frischem Zustand seinen speziellen Duft hätte. Dafür ist das enthaltene Cumarin verantwortlich und dieses entwickelt sein Aroma erst nach mehreren Stunden Trocknung. Dieser Wirkstoff ist übrigens auch verantwortlich für die aufhellende Wirkung des Waldmeisters. Er vertreibt Kummer und Sorgen und hebt die Stimmung. Besonders in Form des Waldmeister Weins…
Gleichzeitig beruhigt er das Gemüt und wirkt sogar krampflösend und schlaffördernd. Zudem ist der Waldmeister herzstärkend, harntreibend, keimtötend, blutreinigen und leberstärkend.

Möchtest du den Waldmeister frisch verwenden, für Waldmeisterwein, Wiesendudler oder Sirup, ernte ihn am besten vor der Blüte. Später entwickelt er zu viel Cumarin, welches dann recht schnell zu Kopfweh führen kann. Für Tee oder Duftsäckchen kannst Du ihn dann immer noch verwenden, weil bei der kompletten Trocknung ein Teil des Stoffs verfliegt. Während des Trocknens verströmt er schon seinen feinen Duft, drum häng ein Sträußchen davon im Schlafzimmer auf. Du schläfst damit ganz herrlich. Früher hat man ihn im ganzen Haus verteilt, damit geräuchert und ein Sträußchen unter die Matratzen gesteckt.

Auf der Seelenebene verhilft er dir dein volles Potential zu entwickeln. Wenn unser Energiefluß z. B. durch Ängste blockiert ist, dies dann körperlich zu Verspannungen führt, werden diese vom Waldmeister gelöst und dein Energiesystem gereinigt. Er unterstützt dich dabei dein volles Seelenpotential zu entfalten und in deine wahre Größe zu kommen.

Hmm… bei mir ist er momentan auch überall. Grad hier neben mir trocknet ein Schwung in meinem tollen Trocknungsgestell und es duftet himmlisch.

So jetzt aber noch ein paar leckere Waldmeister-Rezepte für Euch:

Hier findest du die Rezepte als Pdf:

Waldmeister-Sirup

Waldmeister-Wein

Wiesendudler

Weitere Infos zum Sammeln und die Unterschiede zu anderen Labkräutern findest du in den Story-Highlights auf Instagram.

Viel Spaß beim Nachbrauen, eure Stephanie

Der Beitrag ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker.