Schafgarbe (Achillea millefolium)

Vor meinem Blogartikel über die Schafgarbe hab ich mich nun echt lange gedrückt. Ich erzählte auf Instagram und in meiner What´sApp-Gruppe schon mehrfach von ihr, doch bei dem Gedanken daran, all die tollen Eigenschaften dieser Heilpflanze zu Papier zu bringen und einen anständigen, zusammenhängenden Bericht zu schreiben, stand ich vor einer großen Hürde. Ich wurde jedoch fast täglich daran erinnert, denn sie wächst im Moment einfach überall. An Weg- und Feldrändern, auf trockenen Wiesen, sie ist recht anspruchslos, was ihren Standort betrifft. Angeblich ist sie jedoch nur dann voll heilsam, wenn sie dort wächst, wo sie es möchte.

Sie ist wirklich so ein Allheilkraut, ähnlich wie die Kamille, welche sogar das gleiche ätherische Öl (Azulen) beinhaltet. Als ich noch in der Chrüterdrogerie in Schaffhausen gearbeitet habe, war sie Bestandteil vieler Teemischungen. Kein Wunder, die Schafgarbe wirkt entzündungshemmend, antiseptisch, blutstillend, anregend, krampflösend, blähungswidrig verdauungsfördernd, harntreibend und menstruationsregulierend. Ein Frauenkraut schlechthin. Über die Signaturenlehre (Lehre von den Zeichen in der Natur, als Merkmale auf Ähnlichkeiten und Zusammenhänge) wird die Schafgarbe durch ihre vielen weißen Blüten dem Mond zugeordnet, der wiederum mit dem Weiblichen in Verbindung steht. Die Beziehung zu den fein verzweigten Blutgefäßen und Nerven erkennt man an den stark fiederspaltigen Blättern. Und das durch Azulen blaugefärbte ätherische Öl weist auf eine kühlende und entzündungshemmende Eigenschaft hin. Den übersäuerten Boden, auf dem die Schafgarbe oft wächst, vermag sie sogar zu reinigen und zu regenerieren, was sie auch bei uns Menschen schafft. Sie wirkt reinigend auf unser Blut und den Darm, befreit so den Körper von Säuren und bakteriellen Toxinen und stellt geschädigte Schleimhäute z. B. in Mund, Darm und Urogenitaltrakt wieder her.

„Schafgarbe im Leib, tut gut jedem Weib.“, sagt ein altes Sprichwort von Pfarrer Sebastian Kneipp, in der TCM wird sie zur Anregung der Gebärmutter verwendet. Fangen wir also bei den Wirkungen an, die sie auf den weiblichen Organismus hat. Ich möchte nun aber nicht auf jeden einzelnen Inhaltsstoff und dessen Tätigkeit eingehen, das würde den rahmen sprengen. Falls Du da Interesse oder Fragen generell hast schreib mir einfach in den Kommentaren.
Die Schafgarbe wirkt regulierend auf die Menstruation, d. h. sie kann die Zykluslänge günstig beeinflussen, normalisiert die Blutungsstärke, Konsistenz und hilft gegen Zwischenblutungen. Außerdem lindert sie Unterleibsschmerzen und Bauchkrämpfe. Besonders in der Pubertät, nach absetzen der Pille oder in den Wechseljahren haben viele Frauen mit diesen Beschwerden zu kämpfen. Wie bereichernd ist es da, dieses Kräutchen zu kennen.
Da sie auch die Schleimhäute saniert, kannst Du die Schafgarbe auch bei zu starkem weißem Ausfluss anwenden (nicht zu verwechseln mit Zyklusabhängigem Zervixschleim), gereizter Vaginalschleimhaut und bei Anfälligkeit für Scheidenpilz. Innerlich und äußerlich als Sitzbad. Oder falls Dir Yoni-Steaming etwas sagt, hier kannst Du prima mit der Schafgarbe arbeiten.
Sie heilt nicht nur die körperlichen Leiden nach einer Geburt, Fehlgeburt oder Abtreibung, sondern unterstützt auch auf seelischer Ebene den Prozess zu verarbeiten. Vor allem bei Gebärmutterblutungen aller Art, sollte an die Schafgarbe gedacht werden.
Leidest Du unter wetterbedingter Migräne, solltest Du es mal mit einem Schafgarbentee oder Tinktur probieren.

Und so kommen wir zu den Heileigenschaften der Schafgarbe bei Beschwerden mit dem Verdauungssystem, denn meist besteht ein Zusammenhang zwischen Migräne und eine Leberschwäche. Laut TCM löst sie Leberstagnationen und nährt die Milz. Durch ihre Bitterstoffe wirkt sie verdauungsfördernd und heilend auf den ganzen Magen-Darmtrakt, sie regt den Gallenfluss an und bringt Erleichterung bei starken Blähungen.

Bei Blasenentzündungen und Brennen beim Wasser lassen hilft die Schafgarbe mit ihren antiseptischen und harntreibenden Eigenschaften. Auch hier sollte sie wieder innerlich und äußerlich angewendet werden.

Ja und das ist noch lange nicht alles. Die Schafgarbe wirkt sich nicht nur bei Frauen positiv auf den Blutfluss aus. Allgemein unterstützt sie die Blutzirkulation, lindert Kopfschmerzen durch zu hohen Blutdruck, Schwindel, Nasenbluten, schwere Beine, Zahnfleischbluten, Krampfadern und Hämorrhoiden. Sie vertreibt Erkältungen und heilt zudem auch äußerliche Wunden. Für eine Blutreinigende Frühjahrskur, ist sie zusammen mit Brennnessel eine wahre Zauberin.

Als Blütenessenz ist die Schafgarbe wie eine Mutter zu uns. Sie beschützt uns vor negativen Einflüssen von außen, heilt unsere wunden und stärkt unsere Seele.

Einen Steckbrief zur Schafgarbe findest Du hier.

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Alles Liebe Deine Stephanie

Der Beitrag ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker.