Oregano, Dost, Wilder Majoran (Origanum vulgare)


Oregano ist für mich so ein typisches italienisches Gewürz gewesen. Keine Pizza und keine Pasta ohne Oregano. Sein würziger Geschmack bekommt er durch einen Bestandteil des ätherischen Öls, dem Thymol, welches auch im Thymian und Bohnenkraut enthalten ist. Der wilde Majoran besitzt bis zu 4% ätherisches Öl, was ihn zu einer ganz besonderen antiseptischen Heilpflanze macht. Doch nicht nur das Thymol, sondern auch die Gerb-, Harz-, und Bitterstoffe haben Einfluss auf seine Wirkung, wie zum Beispiel die Anregung des Appetits, oder das Lösen von Blähungen und Krämpfen im Bauch. Und nun stellt euch vor, wie überrascht ich war, als ich zum ersten Mal in freier Natur diese Pflanze gefunden habe. Erst war ich mir nicht sicher, ob es auch wirklich richtiger Oregano ist und nahm ein kleines Sträußchen mit, um es daheim genau zu bestimmen. Et voilà, er ist es.

Inzwischen sehe ich ihn überall. Vor allem an Straßenrändern und Böschungen ist er sehr häufig anzutreffen, nur sind das eher ungeeignete Sammelstellen. Wir finden den Oregano aber auch an Wald- und Wegesrändern, generell mag er eine sonnige (Süd-) Lage und bevorzugt Kalk- und Kiesböden. Verwendet werden das von Juni bis September blühende Kraut, vor und während der Blütezeit. Bei mir wurde er natürlich sofort verarbeitet: Wildkräuter-Blüten-Salz, Oregano-Öl und ein bisschen was wanderte in meinen Verdauungslikör, den ich mit meiner Instagram- und What´sApp-Community gerade ansetze.


Der Dost kann in der Küche genauso angewendet werden, wie wir es vom Oregano aus dem Döschen gewohnt sind. Er passt hervorragend zu dunklem Fleisch und aus den italienischen Gerichten ist er ja eh nicht weg zu denken. Sein holziger Stengel kann sogar als Grillspieß verwendet werden, wodurch er einen milden Majorangeschmack freisetzt.

Ich will hier nun aber mal von seiner Heilwirkung erzählen. In Form von Tee wird der Dost nämlich eingesetzt bei Blähungen, Krämpfen des Verdauungstrakts, Koliken und Menstruationsschmerzen. Er hilft jedoch nicht nur bei Krämpfen im Bauch, sondern auch bei krampfartigen Hustenanfällen und asthmatischen Verkrampfungen der Bronchien. Auch Verspannungen der Muskulatur durch eine Verstauchung oder Prellung können gelöst werden, was durch einen Umschlag mit einem starken Kräutersud noch verbessert wird. Durch seine antiseptische Wirkung kann der Oreganotee ebenfalls als Gurgelmittel bei Halsweh oder Entzündungen im Mundraum eingesetzt werden. Selbstverständlich kann man den Dost auch in einen Erkältungsbalsam und Muskelöl einarbeiten. Aus der Volksheilkunde ist ferner überliefert, dass Frauen, die ihre Milchbildung verbessern möchten, morgens nüchtern das frische Kraut essen sollen. Ich denke ein Tee, frisch oder getrocknet, geht auch.

Seit ungefähr zwei Jahren ist bei mir das reine ätherische Oreganoöl im Einsatz. Zusammen mit Kokosfett ist es, innerlich eingenommen, ein wahres Allroundgenie, wenn es um bakterielle oder virale Infektionen geht. Angefangen bei Halsweh und Schnupfen, was ja überwiegend viral bedingt und nicht mit Antibiotika behandelbar ist, über Entzündungen auf der Haut bis hin zur richtigen Grippe mit Fieber und Gliederschmerzen kann es zum Einsatz kommen. Ich empfehle es total gern und ich kriege nur positive Rückmeldungen. Falls Du dazu Fragen hast darfst Du Dich jederzeit an mich wenden.

Früher wurde der in Büscheln getrocknete wilde Majoran im Haus und über Kinderwiegen aufgehängt, um böse Energien und Einflüsse fern zu halten. Auch geräuchert hat man ihn gern, zum Beispiel bei Reinigungsriten.

Ich erinnere mich an ein Ereignis zu meiner Schulzeit, als ein Schulkamerad ausgelacht wurde, weil ein anderer ihm anstelle von Gras nur ein bisschen Oregano verkauft hatte und dieser es nicht merkte, sogar von der Wirkung schwärmte. Das ist jedoch gar nicht so abwegig. Dostblätter wurden um 1980 tatsächlich in Kräuterzigaretten als Tabakersatz verwendet und das wurde zu einem richtigen Hype. Durch seinen hohen Thymolanteil ist dies jedoch mit Vorsicht zu genießen, da die Wirkung erst anregend und danach narkotisierend ist.

So, das war es von meiner Seite. Ich bin gespannt zu erfahren welche Erfahrungen ihr mit dem Oregano, Dost oder wilden Majoran schon gemacht habt.

Hier gibts noch einen Steckbrief, fürs bessere Finden.

Rezepte


Ich hoffe Du hattest Spaß beim Lesen und hast was Neues dazu gelernt. Über einen Kommentar oder eine Bewertung würd ich mich total freuen.

Deine Stephanie

Der Beitrag ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker.

Quellen: Die Kräuter in meinem Garten von Siegried Hirsch & Felix Grünberger und natürlich mein Wissen und meine Erfahrungen