Meine erste selbstgemachte Naturkosmetik war tatsächlich ein Deodorant. Ich war unzufrieden mit den herkömmlichen Deos ohne Alkohol und Aluminium, die es zu kaufen gab. Irgendwie entsprachen sie nicht meinen Wünschen nach einem „sorgenfreiem Schwitzen“. Die Produkte aus dem Drogeriemarkt überzeugten mich weder durch ihre desodorierende Wirkung noch durch die Inhaltsstoffe. Unter den Achseln befinden sich jede Menge Lymphknoten, die ein wichtiger Teil unseres Immunsystems sind. Vor allem künstliche Duftstoffe, aber auch jegliche anderen unnötigen Substanzen aus den Deos, werden von unserem Körper bestenfalls als schädlich eingestuft und müssen über die Lymphe abtransportiert werden. Natürlich dringen einige auch ungehindert ein und lagern sich dann irgendwo ab. So oder so müssen wir unserem Körper das nicht antun. Leider vielen auch die Naturkosmetikprodukte durch. Die einen hatten kaum eine Wirkung, bei anderen fingen nach ein paar Wochen Anwendung meine Achseln an sich zu röten, teils mit Brennen und Jucken. Dass man beim Schwitzen nass wird, ist das kleinste Problem und ein ganz natürlicher Prozess. Aber wenn ich mich z. B. auf der Arbeit befinde, möchte ich einen zuverlässigen Geruchsschutz, den ich nicht alle zwei Stunden auffrischen muss.

Durch Zufall fand ich dann ein Video, wo eine Naturkosmetik-Tante ein Deo selbst herstellte. Die Zutaten waren schnell besorgt und auch das Anrühren ging fix. Die erste Charge wurde von mir unter schwersten Bedingungen ausgiebig getestet und als gut befunden. Besser als alles Natürliche, was ich zuvor verwendete. Die zweite, schon etwas gepimpte Variante wurde in kleine Döschen abgefüllt und gleich mal großzügig im Familien- und Bekanntenkreis verteilt. Und wow, sogar die größten Schwitzer unter ihnen waren hellauf begeistert. Im Laufe der Zeit habe ich nun immer mal wieder neue Rezepturen ausprobiert. Die einen waren prima, andere wurden nicht wieder produziert. Das Deo sollte nicht nur von der Wirkung gut sein, auch an seine Konsistenz habe ich so meine Ansprüche.

Nach der letzten Versuchsreihe war ich dann so vom Ergebnis überzeugt, dass ich hier nun das Rezept mit Dir teile. Wenn Du nämlich als Rückmeldung bekommst: „Stephanie, seit ich dein Deo nehme schwitze ich viel weniger! Von der Wirkung her würde ich sowieso nichts anderes mehr nehmen, man riecht einfach absolut nichts. Aber ich werde inzwischen auch lange nicht so nass, wie früher und es fühlt sich einfach gut an“, dann ist das Produkt ausgereift.

Salbei-Creme-Deo


Zutaten für 2 Döschen à 50g
  • 60g Kokosfett (wirkt antibakteriell und desinfizierend)
  • 30g Stärke
  • 40g Natron (Kaiser Natron sollte noch etwas zermörsert werden, ist recht grob)
  • 1TL Shea-Butter
  • 1TL Bienenwachs
  • 1TL Salbei-Tinktur
  • 20 Tropfen ätherisches Teebaumöl (wirkt antibakteriell und desinfizierend)
  • 10 Tropfen ätherisches Orangenöl & 10 Tropfen ätherisches Fichtennadelöl (hier kannst Du je nach Belieben variieren, Rosengeranie, Zitrone, Mandarine, Lavendel eignen sich auch sehr gut)
Arbeitsgeräte
  • Kleiner Topf
  • Sauberes, hitzebeständiges Glas
  • Schälchen
  • Rührstab / Löffelchen
  • Tiegel
Herstellung

Zu Beginn alle Arbeitsgeräte desinfizieren. Je sauberer Du arbeitest, desto länger ist die Haltbarkeit Deiner Produkte. In einen Topf Wasser erwärmen (ca. 40 Grad, nicht zu heiß) und das Kokosfett, Bienenwachs und die Shea-Butter in das Glas füllen. Diese Zutaten im Wasserbad langsam schmelzen. Auch die Salbeitinktur darf etwas Temperatur annehmen. In der Zwischenzeit Natron und Stärke im Schälchen vermischen.

Wenn alles geschmolzen ist, 1 TL Salbeitinktur ins geschmolzene Fett geben. Das Fett aus dem Wasserbad nehmen und unter kräftigem Rühren die trockenen Substanzen nach und nach einarbeiten. Die ätherischen Öle dazu geben.

Die Masse zügig im noch flüssigen Zustand in die Döschen füllen und auskühlen lassen.